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Kostenlose Umweltenergie nutzen
Wärmepumpe

© Glen Dimplex

Kostenlose Umweltenergie nutzen

Wärmepumpen können in Luft, Erdreich oder Wasser (Grundwasser) gespeicherte Wärme nutzen. Dabei benötigen sie nur einen Bruchteil elektrische Antriebsenergie, um diese Umweltenergie zu erschließen. Beispiel: Bei einer Arbeitszahl von 4 werden mit einem Teil Strom vier Teile Heizwärme erzeugt.

Luft

Luft als Wärmequelle ist relativ leicht zu erschließen. Der große Vorteil dieser Wärmequelle liegt darin, dass sie fast überall genutzt werden kann. Die Wärmequelle Außenluft hat jedoch jahreszeitlich bedingt eine schwankende Temperatur, die die Jahresarbeitszahl beeinflusst und unter Umständen eine Zusatzheizung notwendig macht. Die Nutzung von Wärme aus Abluft unterliegt in der Regel keinen größeren Schwankungen.

Erdreich

Als Geothermie oder Erdwärme bezeichnet man die gesamte, unterhalb der Erdoberfläche gespeicherte Wärmeenergie. In bodennahen Schichten liegen die Temperaturen relativ konstant bei etwa 8 °C bis 12 °C. Die gespeicherte Wärme wird dem Erdreich über horizontal (Erdkollektoren) oder vertikal (Erdsonden) verlegte Erdwärmetauscher entzogen.

Der Einfluss des kontinuierlichen Wärmestroms aus dem Erdinneren macht sich erst in sehr großen Tiefen bemerkbar. Diese Wärme ist mit üblichen Bohrtiefen von bis zu 100 Metern normalerweise nicht nutzbar.

Nach dem deutschen Wasserhaushaltsgesetz (WHG) sind Bohrarbeiten, die auf das Grundwasser einwirken können, anzeigepflichtig. Das macht eine wasserrechtliche Erlaubnis erforderlich. Bei Bohrungen über 100 Metern ist außerdem das Bergrecht zu beachten.

Tipp

Die mit der Wärmepumpe geförderte Wärme muss gespeichert und in der Bedarfssituation kontinuierlich wieder abgegeben werden. Wärmepumpen benötigen für einen einwandfreien Betrieb eine Mindest-Durchflussmenge an Heizungswasser. Um den störungsfreien Betrieb zu gewährleisten, ist häufig der Einsatz von Pufferspeichern zu empfehlen.

Wasser

Als weitere Wärmequelle bietet das Grundwasser gute Voraussetzungen um unbegrenzt Energie aufzunehmen, denn Grundwasser hat auch im Winter eine konstante Temperatur von 10 °C bis 12 °C. Wasser/Wasser-Wärmepumpen erreichen dadurch hohe Leistungszahlen. Hinweis: Auch die Nutzung des Grundwassers ist genehmigungspflichtig und erfordert ein Brunnensystem (Förder- und Schluckbrunnen) zur Erschließung. Auch gelten strenge Anforderungen an die Wasserqualität.

Eine weitere zur Zeit noch relativ wenig bekannte Methode, ist die Nutzung von Abwasser als Wärmequelle für den Betrieb der Wärmepumpe. Auch Abwasser hat ganzjährig eine konstante Temperatur von 10 °C bis 15 °C.

Faktoren entscheiden

Welche Energiequelle sich für das jeweilige Bauvorhaben am besten eignet, hängt von verschiedenen Faktoren und den Bedingungen vor Ort ab: der Lage und der Ausprägung des Gebäudes, der Größe des Grundstücks, dem Wärmebedarf. Deshalb ist es sinnvoll, sich qualifiziert und ausführlich beraten zu lassen.