Heizungstausch gut vorbereiten: Warum sich frühe Information auszahlt
Neue Fristen beim Heizungsgesetz verschaffen Hauseigentümern mehr Zeit WÄRME+ erklärt, worauf sie jetzt achten sollten.
Die neuen Vorgaben für Heizungen treten später in Kraft als ursprünglich geplant: Die Pflicht zu mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien gilt nun erst ab dem 1. November. Für Hauseigentümer bedeutet das vorerst mehr Zeit für die Planung – und die Möglichkeit, sich ohne Zeitdruck mit anstehenden Entscheidungen auseinanderzusetzen.
Aktuell gilt: Bestehende Heizungen dürfen weiter betrieben werden, und auch Reparaturen sind grundsätzlich weiterhin möglich. Ein sofortiger Heizungstausch ist in den meisten Fällen daher nicht erforderlich. Trotzdem raten Experten dazu, sich frühzeitig mit dem Thema Heizungsmodernisierung zu beschäftigen. „Wer sich jetzt informiert, kann spätere Entscheidungen besser vorbereiten und Fördermöglichkeiten gezielt nutzen“, sagt HansJürgen Nowak von der Initiative WÄRME+.
Wärmepumpe häufig geeignete Lösung
In vielen Fällen stellt die Wärmepumpe heute eine wirtschaftlich und technisch sinnvolle Option dar – auch im Gebäudebestand. Moderne Geräte erreichen mittlerweile auch bei höheren Vorlauftemperaturen einen hohen Wirkungsgrad und können daher häufig auch in Häusern mit klassischen Heizkörpern eingesetzt werden. Eine Fußbodenheizung ist nicht zwingend erforderlich. Ein einfacher Praxistest kann erste Hinweise liefern, ob ein Haus für das System geeignet ist: Wird an kalten Tagen die Vorlauftemperatur der Heizungsanlage auf etwa 55 Grad reduziert und bleibt die Raumtemperatur stabil, ist der Betrieb einer Wärmepumpe oft ohne Austausch der Heizkörper möglich. Für eine verlässliche Einschätzung empfiehlt sich jedoch eine individuelle Beratung.
Auch technisch haben sich die Geräte weiterentwickelt: Moderne Wärmepumpen arbeiten deutlich leiser als frühere Generationen und lassen sich in der Regel problemlos in dicht bebauten Wohngebieten einsetzen. Zudem setzen viele Hersteller inzwischen auf klimafreundliche Kältemittel wie R290 (Propan), das ein geringes Treibhauspotenzial aufweist und einen effizienten Betrieb auch bei niedrigen Außentemperaturen ermöglicht.
Weitere Optionen für mehr Effizienz
Die meisten Hausbesitzer erzeugen die Raumwärme und das Warmwasser über die zentrale Heizungsanlage, die das ganze Jahr im Betrieb ist. Eine Warmwasser-Wärmepumpe kann hier zur Effizienzsteigerung beitragen, indem sie die Anlage insbesondere in den Sommermonaten entlastet. Alternativ vermeiden dezentrale Lösungen wie elektronische Durchlauferhitzer Wärmeverluste durch Speicherung und Verteilung bei der Warmwasserbereitung.
Für gut gedämmte Gebäude oder einzelne Räume kommen auch elektrische Direktheizsysteme wie Infrarotheizungen, elektrische Fußbodenheizungen oder eine Fußbodentemperierung für Teilbereiche infrage. In Kombination mit einer Photovoltaikanlage können sie eine wirtschaftliche Ergänzung darstellen.
Förderung weiterhin attraktiv
Der Staat unterstützt den Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme weiterhin mit umfangreichen Zuschüssen. Eine Grundförderung von 30 Prozent wird durch zusätzliche Boni ergänzt, sodass insgesamt bis zu 70 Prozent Förderung möglich sind. Förderanträge werden über die KfW gestellt, unabhängige Beratung bieten Energieberater sowie Verbraucherzentralen. „Ein Heizungstausch ist eine langfristige Investition“, so Nowak. „Wer sich frühzeitig mit den Optionen beschäftigt, kann Kosten sparen und die richtige Entscheidung ohne Zeitdruck treffen.“
Weitere Informationen zu Wärmepumpen und anderen elektrischen Heizsystemen bietet die Initiative Wärme+ unter www.waerme-plus.de.